Gradierwerk in Born

Ein Gradierwerk ist eine Anlage zur Salzgewinnung. Sie besteht aus einem Holzgerüst, das mit Reisigbündeln (vorwiegend Schwarzdorn) verfüllt ist.
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Bauphase: 2021

Kostenvoranschlag: 394.147,85 EUR inkl. MwSt.

Beschluss

Gemeinderatssitzung vom 3. März 2021

Bau- und Funktionsweise eines Gradierwerks

Im 16ten Jahrhundert wurde Salz gewonnen indem man salzhaltiges Wasser aus Salzquellen in offenen Pfannen siedete. Das dadurch gewonnene Salz hing von der Konzentration der Salzsolen ab. Oft waren die Quellen nur wenig bis mäßig ergiebig, sodass der Holzverbrauch zur Salzsiedung übermäßig hoch war. Aus dem Grund wurden nach Möglichkeiten gesucht die Sole anzureichern bevor sie in der Saline gelangte. Hierzu wurden im 17ten Jahrhundert Gradierwerke errichtet deren Funktionsweise anhand der Abbildung 5.1 erläutert werden soll.
Das tragende Holzgerüst (2), auf dem seitlich Reisig- oder Schwarzdornzweige aufgestapelt waren, wurde auf einem Trog (1) errichtet. Neben den Stapeln standen Pumpen (4) die über das Gestänge (5) vom Wasserrad (6) angetrieben wurden. In den vordersten Teil des Troges wurde über die Zuleitung (7) schwache Sole zugeführt, die von der vordersten Pumpe angesaugt und über die Verteilerrinne (8) gefördert wurde. Von hier aus rieselte die Sole auf die vordere Seite der Reisigbündel wieder zurück in den Trog. Durch die intensive Berührung mit der Luft und Sonnenbestrahlung, verdunstet ein Teil des Wassers. Die in den Trog zurückfallende, bereits angereicherte Sole wurde dann von der nächsten Pumpe auf das nächste Teilstück des Stapels gefördert, was eine weitere Anreicherung bewirkte. Dieser Prozess verläuft dann über die ganze Länge des Gradierwerkes bis die gewünschte Salzkonzentration (bis über 20%) erreicht wurde.

Oft wurden Gradierwerke mit einer Überdachung versehen, damit die angereicherte Sole nicht durch Regenwasser wieder verdünnt wurde. Der Nachteil hierbei war, dass die Sonnenstrahlen und der Winddurchfluss beschränkt wurden und somit die Wasserverdunstung behindert.

Durch die Industrialisierung wird heutzutage Salz fast nur noch durch elektrische Energie gewonnen. Die heute noch existierenden bzw. neuen Gradierwerke finden ihre Funktion nicht mehr in der Salzgewinnung sondern gelten als landschaftsprägende Bauten und dienen der Kurzwecken, weshalb man sie häufig in Kurorten und Thermalbäder vorfindet. Durch das Herabrieseln der Sole wird die Luft in der Nähe des Gradierwerkes mit salzhaltigen Wassertröpfchen angereichert, welche sich bei der Einatmung positiv bei Allergikern und Asthmatiker auswirken soll.

Situation und Topographie

Der Standort des Gradierwerks befindet sich auf der Parzellen-Nummer 1637/3937 in Born. Aktuell befindet sich eine leere Wiese auf der Parzelle.

Links vom zu bebauendem Grundstück verläuft eine für Pkws zugängliche Straße „Duerfstrooss“. Die öffentliche Toilette befindet sich oberhalb des Grundstücks zur Straße hin. Der Erschließungsweg zwischen der „Duerfstrooss“ und dem Camping ist nur für Fußgänger zugänglich. Das Camping so wie der Radweg befindet sich rechts von der Wiese. Unten grenzt das Grundstück an einem Nachbargarten, welches von einer etwa 1,5m hohen Mauer getrennt ist.
Das Niveau zur Duerfstrooss hin beträgt etwa zwischen +145.50 und +145.80 müNN. Das Gelände weist ein Gefälle von ca. 2%. Zwischen dem Radweg, das sich auf einem Niveau von +145,50 befindet, und dem Gelände befindet sich ein ungefähr 3 Meter breiter Hang.

Baubeschrieb des Gradierwerks

Die Größe des Gradierwerks beträgt L/B/H = 6,0/1,5/3,0m (Dachabmessungen abweichend).

Die Windaussteifung erfolgt durch die außen und innen angeordneten Diagonalen. Das Gradierwerk wird lose auf das Wasserbecken gestellt, damit ein Durchbohren der Holzträger vermieden wird und somit die Dichtigkeit des Beckens gewährleistet ist. Des Weiteren kann der Oberbau so mit einem Mobilkran umgestellt werden um spätere Unterhaltungsarbeiten zu erleichtern.

Damit die Schwarzdornbündel nicht durch seitlichen Niederschlägen ausgewaschen werden, wird der Bau mit einer Überdachung versehen. Oben auf das Gradierwerk ist ein Wartungsgang, der unter anderem auch zum Schutz vor Regen mit Holzdielen geschlossen wird, vorzusehen.
Ebenfalls wird eine Pumpe unter dem Wasserbecken installiert. Dessen Aufgabe besteht darin, die sich im Becken befindende Sole auf die Verteilerrinnen hoch zu pumpen.

Gradierwerk aus dem 18. Jahrhundert

Zeichung eines Gradierwerks aus dem 18. Jahrhundert: das salzige Wasser rieselt an dem Reisig entlang nach unten, wobei ein Teil verdunstet. Bei jedem Vorgang wird das Wasser salziger. 

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Standort des Gradierwerks